Die Schilddrüsenuntersuchung

 

Vor der Untersuchung bitten wir Sie noch folgendes zu beachten: 

 

  • bitte erscheinen Sie nicht nüchtern zur Untersuchung

  • Schilddrüsentabletten am Untersuchungstag nicht einnehmen    

  • vor der Schilddrüsenszintigraphie möglichst 3 Wochen keine Schilddrüsenhormone einnehmen                                                      

  • Medikamentenliste bitte mitbringen                                                                                                                                           

  • vor der Suppressionsszintigraphie bitten wir um Rücksprache                                     

  • geplante Kontrastmitteluntersuchungen werden erst nach der Schilddrüsenszintigraphie durchgeführt

 

Untersuchungsablauf:


Zu der Untersuchung gehört, dass Sie nach der Eigen- oder Familienanamnese gefragt werden.

Anschließend folgen weitere Untersuchungen je nach Erfordernis:


Blutentnahme zur Bestimmung der Schilddrüsenhormone im Blut.

Manchmal wird nach einer ½ Stunde eine 2. Blutentnahme erforderlich sein (sog. TRH-Test).

Die Ultraschalluntersuchung(= Sonographie) der Schilddrüse, die im Liegen durchgeführt wird, dient hauptsächlich der exakten Größenermittlung Ihrer Schilddrüse und zur Erkennung von Unregelmäßigkeiten bzw. Knoten in der Schilddrüse.

 

Die Schilddrüsenzintigraphie

Sie ist eine Funktionsaufnahme der Schilddrüse. Hierfür wird eine geringe Menge einer schwach radioaktiven Substanz (Tc 99 m-Pertechnetat) in die Armvene injiziert. Nach einer Wartezeit von 15 Min. wird die Schilddrüse mittels EDV aufgezeichnet. Die Aufnahme geschieht im sitzen und dauert 5 Min.. Während der Aufnahme sollte sich der Patient nicht bewegen, so dass das Bild der Schilddrüse nicht fehlerhaft wird.

Obwohl diese Untersuchung nicht schädlich ist, führen wir sie in der Regel bei schwangeren und stillenden Frauen nicht durch und vermeiden sie nach Möglichkeit bei Jugendlichen.                                                
Bei knotigen Veränderungen der Schilddrüse wird zwischen kalten und warmen Knoten unterschieden, wobei kalte Knoten in einigen Fällen auch bösartig sein können und bei entsprechenden Verdachtsmomenten mittels einer kaum schmerzhaften Feinnadelbiopsie abgeklärt werden. Die Szintigraphie wird auch zu einer weiteren Abklärung einer fehlerhaften Funktion der Schilddrüse (z. B. Überfunktion = Hyperthyreose) oder bei Verdacht auf eine Entzündung der Schilddrüse durchgeführt. Für die Schilddrüsenszintigraphie sollten möglichst 2 Wochen vor der Aufnahme keine Schilddrüsenhormone oder Jod eingenommen werden. Parallel zur Aufnahme wird die Funktion der Schilddrüse mittels Blutentnahme bestimmt. Die Strahlenbelastung nach einer Schilddrüsenszintigraphie ist relativ gering und liegt unter 1 mSev./Jahr (die natürliche Strahlenbelastung beträgt 2 mSev./Jahr). Da die Schilddrüse durch Jodgabe blockiert wird, werden Sie vor der Aufnahme nach abgelaufener Jodexposition (Kontrastmitteluntersuchungen) oder nach jodhaltigen Medikamenten (z. B. Cordarex) gefragt.

Manchmal ist zur Klärung der Diagnose eine Punktion (Gewebeprobe) der Schilddrüse erforderlich. Dies ist weder gefährlich noch sehr schmerzhaft. Der empfundene Schmerz ist meistens geringer als bei einer Blutentnahme am Arm. Die Einnahme von starken Blutverdünnungsmitteln (z. B. Marcumar) sollte dann ausgesetzt werden.

Anschließend wird der zuständige Facharzt mit Ihnen ein Gespräch über die bisherigen Ergebnissen und die voraussichtliche Therapie führen. Dies kann allerdings nur eine vorläufige Befundmitteilung sein, da zu diesem Zeitpunkt das Ergebnis der Blutuntersuchung und/oder der Punktion noch nicht vorliegt. Ihr behandelnder Arzt bekommt einen schriftlichen Bericht, der nach einigen Tagen vorliegt. Sie müssten sich dann bitte wieder bei ihm vorstellen, um das weitere Vorgehen abzustimmen.


Zur Entstehung und Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen:

Ca. 90 % aller Schilddrüsenerkrankungen in Deutschland sind durch den bestehenden Jodmangel bedingt. Somit kommt es zu einer entsprechende Veranlagung, wodurch eine Schilddrüsenvergrößerung und später eine knotige Umwandlung der Schilddrüse (sog. Struma =Kropf) entsteht. Der Körper wird dabei in der Regel weiterhin im richtigen Ausmaß mit Schilddrüsenhormonen versorgt, wenngleich die Schilddrüse unter erschwerten Bedingungen arbeitet.

Ziel der Therapie ist es, diesen Umbauprozeß der Schilddrüse aufzuhalten und nach Möglichkeit rückgängig zu machen. Liegt z. B. eine Fehlfunktion vor, so muß die Arbeit der Schilddrüse durch die tägl. Einnahme von Schilddrüsenhormonen oder anderen Medikamenten in Tabletten-Form entlastet werden. Da Ihr Körper weiß, wie viel Schilddrüsenshormone er insgesamt braucht, lässt er Ihre Schilddrüse entsprechend der eingegebenen Medikamenten-Dosis weniger arbeiten. Hierdurch hört die Schilddrüse auf zu wachsen. Eine vollständige Normalisierung des Befundes ist nur selten möglich.

Die richtige Tabletten-Dosis ist abhängig vom Körpergewicht, Alter, Ausmaß der Schilddrüsenveränderungen, Bluthormonwerte und zum Teil von Begleiterscheinungen und wird individuell für Sie festgelegt. Zweckmäßigerweise sollte dann nach 3 bis 12 Monaten kontrolliert werden, wie die Therapie auf Sie anspricht und ob eine Dosiskorrektur erforderlich ist.