Vor-Geschichte der Nuklearmedizin in der Gottorpstrasse
Aus dem Buch von Dr. F. Kuhn (Vom Leuchtschirm zum Bildschirm):
Mit der Modernisierung des Instituts 1972 wurde unsere nuklearmedizinische Abteilung gegründet. Die Gemein-schaftspraxis Dres. Kuhn war die einzige Privatpraxis, die diese Methode seinerzeit in Oldenburg praktizierte.
Die nuklearmedizinische Diagnostik war mit ihrer breiten Einführung in den 60er Jahren ein noch sehr junges Verfahren der Radiologie, so dass wir damals Aufklärungsarbeit leisten mussten: Mit Veröffentlichungen, Rundbriefen und Vorträgen informierten wir die Ärzteschaft dieser Region über die neuen Möglichkeiten.
Und tatsächlich: Die nuklearmedizinische Abteilung des Instituts erlebte einen rasanten Aufschwung: 1974 waren schon 25 Prozent aller Untersuchungen des Instituts überhaupt nuklearmedizinischer Art. 1978 erhöhte sich der Anteil schon auf 40 Prozent. Der Nachweis der radioaktiven Substanz erfolgte in den ersten Jahren noch mit dem sogenannten Scanner, mit dem das Organ Zeile für Zeile abgetastet wurde. Auf diesen ersten Szintigrammen war zwar der Unterschied zwischen kranken und gesunden Gewebe zu erkennen, dennoch waren die Darstellungen sehr unscharf und verglichen mit heute sehr ungenau. Dessenungeachtet stellte die Nuklearmedizin schon damals einen enormen Fortschritt in der Diagnostik, insbesondere des Hirns und der röntgenologisch schwer erfassbaren Bauchorgane, wie Leber, Niere und Schilddrüse dar. Bald haben wir den Scanner durch eine Szintillationskamera ersetzt, das erste Gerät seiner Art im nordwestdeutschen Raum. Die sogenannte Gammakamera war mit einem sehr grossen Kristall ausgestattet und hatte den Vorteil, dass die Abtastung der mit Radiopharmaka angereichterten Körperregion präziser wurde und sich um ein vielfaches beschleunigte.
1995 haben wir durch Dr. Amro das Spektrum an nuklearmedizinischen Untersuchungen erheblich erweitert und neue Untersuchungsmethoden, z.B. die Myocardszintigraphie eingeführt. Unser heutiges Aufnahmegerät liefert hochauflösende und zuverlässige Szintigramme.
Nach der kompletten Praxisübernahme von Frau Dr. Kuhn im Frühjahr 1996 wurde die Nuklearmedizin in der Gottorpstrasse durch Dr. Amro weiter erweitert und modernisiert.
Es wurden neue Untersuchungsmethoden wie die Myocardszintigraphie mittels Thallium-201-Cl oder mittels TC-99-MIBI ( SPECT-Untersuchungen ) eingeführt.
Lungenventilations-Perfusionsszintigraphie ( auch mittels SPECT) wurden durchgeführt.
Leberszintigraphie, Speicheldrüsenszintigraphie, Entzündungsszintigraphie, Knochen-Dreiphasenszintigraphie sowie Knochen-SPECT.
Die Schilddrüsendiagnostik wurde modernisiert. Es wurde die ultraschallgezielte Feinnadelbiopsie eingeführt und regelmäßig eingesetzt.
Das Invitro-Labor wurde erneuert (neuer Gamma-Kounter). Die Bestimmung der Schilddrüsenhormone von Gesamt-T3 und Gesamt-T4 auf die freien Schilddrüsenhormone ( fT3 und fT4) umgestellt.
Die Bestimmung der Schilddrüsenspezifischen Autoantikörper (Anti.-TPO = MAK und TRAK) wurde eingeführt.
Auf die regelmäßige Teilnahme der Ringversuche ( Qualitätskontrolle ) wurde geachtet. Bravo- Ergebnisse der Ringversuche wurden zum Standard.
Im Herbst 2003 wurde eine neue moderne Doppelkopf-Kamera gekauft ( e.cam der Firma Siemens). Dadurch konnten wir unser Untersuchungsspektrum weiter erweitern ( besonders Myocard - SPECT ), die Bildqualität der Szintigramme ( bes. Knochenszintigraphie) wurde dadurch deutlich gebessert und die Wartezeit sowie die Untersuchungszeit hat sich danach deutlich reduziert. Es kam danach zu einer deutlichen Aufwertung der Nuklearmedizin in der Gottorpstrasse.
Im Frühjahr 2010 wurde eine neue Niederlassung der Nuklearmedizin in der Hauptstrasse 85 in Oldenburg - Eversten gegründet. Seit dem 01. Juli 2010 bieten wir nur dort unsere moderne Untersuchungsmethoden an. Die Praxis in der Gottorpstrasse wurde aufgegeben.